Ein Weg zum Schatz: Suchspiele im Magnetblock-Zauberschloss
Ein Schlosstor, ein geheimnisvoller Turm und ein Weg, der plötzlich nicht mehr weiterführt: Für ein kleines Bauabenteuer braucht es keine fertige Geschichte. Mit dem 100-teiligen Magnetblock-Set Zauberschloss 4029 lässt sich erst ein übersichtlicher Grundriss legen und danach ein eigenes Suchspiel entwickeln. Dabei wächst das Schloss nur so weit, wie es für die nächste Aufgabe gebraucht wird.
Im Set stecken 95 bedruckte Magnetwürfel und fünf Schlosstürme. Die 38 Motive liefern Anregungen für Räume, Figuren und besondere Orte; eine tragbare Metalldose gehört ebenfalls dazu. Für das folgende Spiel sind keine zusätzlichen Spielkarten nötig. Ein ausgewählter Würfel kann den Schatz markieren, ein anderer den Ausgangspunkt. Alles Weitere entsteht beim Bauen und Erzählen.
Erst den Weg legen, dann die Mauern bauen
Beginnt mit einem Eingang und einem Ziel auf der gegenüberliegenden Seite. Legt dazwischen einen freien Weg und baut zunächst nur niedrige Wände. So kann das Kind den Verlauf von oben erkennen und mit dem Finger prüfen, ob alle Durchgänge erreichbar bleiben. Ein Turm ist ein schöner Orientierungspunkt, sollte aber nicht die einzige freie Stelle zum Greifen verdecken.
Jetzt bekommt jeder Ort einen Namen. Hinter dem Eingang liegt vielleicht die Bibliothek, daneben der Unterrichtsraum und ganz hinten die Schatzkammer. Es müssen keine aufwendigen Zimmer entstehen: Zwei unterschiedliche Motive reichen, damit aus ähnlichen Ecken verschiedene Stationen werden. Entscheidend ist, dass die Mitspielenden wissen, wo die Reise beginnt und wo sie enden soll.
Aus dem Grundriss wird ein Rätsel
Eine Person beschreibt den Weg, die andere folgt der Beschreibung. Statt sofort auf das Ziel zu zeigen, nennt der Erzähler zwei Stationen: erst zum Turm, dann zur Tür neben dem Fenster. Wenn die Beschreibung nicht eindeutig ist, wird gemeinsam nach einer besseren Formulierung gesucht. Das Schloss liefert dafür sichtbare Anhaltspunkte, ohne dass die Runde wie eine Abfrage wirken muss.
Nach einem erfolgreichen Durchgang darf eine Wand versetzt werden. Der alte Weg endet nun vielleicht vor einer Mauer, während nebenan ein Durchgang offen bleibt. Das Kind kann entscheiden, ob es einen Umweg findet oder das Bauwerk umbaut. Lasst jeweils nur eine Änderung zu, bevor die nächste Runde startet. So bleibt nachvollziehbar, weshalb der vorige Plan heute nicht mehr funktioniert.
Gemeinsam bauen, ohne einander den Platz zu nehmen
Bei zwei Kindern lässt sich die Aufgabe teilen: Eines baut den Eingang, das andere das Ziel. Die Verbindung wird gemeinsam geplant. Legt vorher fest, welche Fläche frei bleiben soll, damit niemand aus Versehen den einzigen Zugang schließt. Danach wechseln die Rollen. Wer gerade gebaut hat, darf beim nächsten Mal den Weg erklären oder den Schatz verstecken.
Für eine größere Fantasielandschaft bietet das 176-teilige Zauberwald-Schloss-Set S4027 einen anderen Ausgangspunkt. Sein Wald- und Schlossthema eignet sich für mehrere getrennte Schauplätze, etwa ein Portal außerhalb der Burg. Die höhere Teilezahl ist vor allem dann interessant, wenn mehrere Bauideen gleichzeitig stehen bleiben sollen. Für ein kompaktes Suchspiel am Tisch kann die kleinere Schlosswelt bereits vollkommen ausreichen.
Die passende Runde für kurze und lange Bauzeiten
Bei wenig Zeit genügen drei Stationen und eine einzige Wegänderung. Wer länger spielen möchte, ergänzt einen zweiten Eingang oder einen verbotenen Raum, der umgangen werden muss. Neue Regeln sollten erst dazukommen, wenn der bisherige Weg funktioniert. Sonst beansprucht das Erklären mehr Aufmerksamkeit als das eigentliche Bauen, und die schöne Geschichte gerät leicht in den Hintergrund.
Eine reizvolle Variante ist der Rollentausch mit einem Erwachsenen. Das Kind kennt den Weg und gibt die Hinweise; der Erwachsene darf nachfragen, aber nicht heimlich abkürzen. Vielleicht zeigt sich dabei, dass zwei Türen zu ähnlich aussehen. Ein anderes Motiv oder ein kleiner Vorplatz macht sie unterscheidbar. Das Rätsel verbessert sich dadurch ganz praktisch am gebauten Schloss.
Zum Abschluss kann der Schatz ein letztes Mal zum Eingang zurückgebracht werden. Danach wandern die Würfel und Türme in die Metalldose. Ein Foto hält den Grundriss fest, wenn am nächsten Tag weitergespielt werden soll. Aus derselben Ausgangsform kann dann eine neue Aufgabe werden: ein anderer Schatzplatz, ein geschlossener Durchgang oder ein Turm, den diesmal alle unbedingt erreichen möchten.